Ermutigende Gedanken für diese herausfordernde Zeit

N. Schwarz © GemeindebriefDruckerei.de

Du bist ein Königskind! Der König ist mit dir! Er stärke dich. Er ist dein Schutz. Er hilft dir. Er gibt dir Mut. Er umgibt dich liebevoll von allen Seiten. Niemand kann dich aus seiner Hand reißen. Hab keine Angst. Das hat er versprochen. So achte darauf, dass du in seiner Nähe bleibst. Dann wird´s gut - alles. (Ruth Heil)

 

 

Wochenspruch: Jesus spricht: "Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen." (Joh 12,32)

 

diese Aussage machte Jesus in den letzten Tagen vor seiner Kreuzigung. In dieser Zeit ist viel passiert. Diesen Worten ging sein feierlicher Einzug in Jerusalem und der Abend in Bethanien voraus. An diesem salbte Maria, die Schwester von Lazarus und Martha, Jesus mit einem sehr kostbaren Nardenöl. Das hat sie damals als Vorbereitung für sein Begräbnis getan. Unmittelbar vor dieser Aussage hatte Jesus dann von sich als Weizenkorn gesprochen, das in die Erde fällt und dabei stirbt, um bleibende Frucht zu bringen. Mit beiden Worten, die deutlich auf seinen kommenden Kreuzestod hinweisen, konnten seine Jünger überhaupt nichts anfangen.

Damit hatten aber nicht nur die Jünger ein Problem, sondern auch die Menschen zur Zeit Jesu. Ein eindrücklicher Beleg ist da z.B. die erste bildhafte Darstellung, die uns von Jesu Kreuzestod überliefert ist. Diese stammte von einem ungläubigen Römer, der Jesus als Esel an einem Kreuz darstellte. Dazu schrieb er an die Wand eines römischen Militärgebäudes: "Alexamenos betet (seinen) Gott an". Diese spöttische Darstellung sagt aus: Es ist doch völlig verrückt und dämlich, wenn man einen Gekreuzigten anbetet. Das wäre, wie wenn man einen Esel verehrt. Das Kreuz war für die Menschen der Antike also das Allerletzte. Die Kreuzigung war ja die schändlichste Art zu sterben und nur Sklaven oder Barbaren vorbehalten. Ein römischer Staatbürger durfte daher z.B. nicht gekreuzigt werden. Dass Jesus auf diese grausame Weise sterben musste, schloss ihn also aus der feinen Gesellschaft aus. Es war unerhört, dass gerade er der Sohn Gottes sein sollte.

Im Johannesevangelium wird die Kreuzigung Jesu nun jedoch als Erhöhung verstanden. Sie wird wie eine Thronbesteigung geschildert. Jesus wurde dadurch von Gott bestätigt. Die größte Erniedrigung wird somit zur höchsten Erhöhung. Kreuzigung und Auferstehung Jesu werden hier bei Johannes zusammengebracht. Der am Kreuz sterbende Christus ist also bereits hier der Sieger über den Tod. Er ist also kein ohnmächtiger, schwacher Gott, wie die römische Spottdarstellung vermittelt. Er ist der allmächtige Gott, der alles in seiner Hand hat und den Überblick behält. Dies kann uns gerade in der aktuellen Zeit trösten, wo manches aus den Fugen geraten ist und wir vieles noch nicht letztlich abschätzen können.

Von einem solchen Trost spricht auch der Wochenspruch: "Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen." Am Kreuz sind es die ausgebreiteten Arme Jesu, die uns das zeigen. Es ist seine Liebe, die jedem Einzelnen von uns bedingungslos gilt. Er möchte zu jedem von uns eine persönliche Beziehung haben, die mit dem Tod nicht endet. Daher unternimmt er alles, um uns bei sich zu haben und nie mehr zu verlieren. Er hat uns zugesichert, dass nichts und niemand uns aus seinen Armen bzw. Händen reißen kann. In seinen Armen will er uns Schutz und Geborgenheit schenken. Er möchte, dass unsere Blicke sich auf ihn, den erhöhten, allmächtigen Gott, unseren Retter ausrichten und dass wir uns gerade von ihm helfen lassen. 

 

 

"Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden." (2. Kor 5,17)

 

einige von uns haben in den letzten Wochen unfreiwillig mehr an Zeit gehabt, weil sie nicht zur Arbeit gehen konnten, Homeoffice nicht möglich war oder soziale Kontakte eingeschränkt wurden. Viele von uns haben sich dann überlegt, wie sie diese freie Zeit sinnvoll nutzen können. Manche haben so einiges abarbeiten können, was liegengeblieben ist oder schon lange mal wieder gemacht werden musste. Für den Einen gab es z.B. manches am Haus, das in die Jahre gekommen ist und wieder herzurichten war. Für den Anderen war es der Garten, der nach der langen Winterzeit wieder auf Vordermann gebracht werden musste. Umso besser, wenn dann auch das Wetter so gut mitmacht. Es kann gut sein, dass Sie dieses Jahr dann auch den Frühling in besonders intensiver Weise wahrgenommen haben. Vielleicht hatten Sie ja jetzt wegen den aktuellen Beschränkungen einiges an Zeit, um nach draußen zu gehen oder ausgiebig die Sonne und die oft warmen Temperaturen im Garten zu genießen. Dort sehen wir gerade viele, wunderschöne Blumen, die in kräftigen, bunten Farben aufblühen. Daneben zeigen auch die grünen Bäume ganz deutlich: Der Winter ist vorbei, endlich ist wieder Frühling! Dieser Anblick der Natur tut unserer Psyche doch richtig gut! Das, was wir sehen, erhellt unsere Stimmung, zieht uns regelrecht nach draußen und lädt uns zu Spaziergängen ein. So lebt also in dieser Jahreszeit nicht nur die Schöpfung von Neuem auf, sondern auch wir. Wir kommen dadurch womöglich auch auf neue Gedanken und drehen uns gedanklich nicht nur um die Krise, die uns und die Welt zurzeit so sehr beschäftigt.

Der Sonntag "Jubilate" (Jubelt!) lädt uns in ganz besonderer Weise dazu ein, u.a. angesichts der wiedererwachenden Natur in den Jubel Gott gegenüber einzustimmen. Gott lässt zu unserer Freude ja so viele ganz unterschiedliche Pflanzen und Blumen wachsen. Er lässt sie blühen und verändert dadurch unsere Umgebung. Auf diese Weise verdeutlicht er uns, dass überall da, wo er als guter Schöpfer Hand anlegt. Nichts bleibt also, wie es war. Aus einer kahlen oder öden Natur lässt er so z.B. etwas ganz Prächtiges entstehen. Die Zeit des Frühlings kann für uns somit ein Vorgeschmack für die Neuschöpfung sein, die Gott uns Menschen gerade durch die Auferstehung Jesu geschenkt hat.

Durch den auferstandenen Jesus hat Gott unsere Welt grundlegend verändert. Denn so wie der Winter dem Frühling weicht, so weicht durch Jesus der Tod dem Leben. Durch den Glauben an die Auferstehung erhalten wir somit einen neuen Blick auf unsere Welt. Wir sehen dadurch mehr als die Vergänglichkeit und Sterblichkeit, die unsere Welt bis auf den heutigen Tag beherrscht.

Im Zusammenhang mit dieser Schöpfermacht Gottes, die das Alte vergehen und Neues entstehen lässt, spricht der Apostel Paulus immer wieder auch von dem inneren Menschen. Unter diesem versteht Paulus nicht nur die Seele des Menschen, sondern den Menschen als Ganzen. Gott möchte uns durch Jesus also von innen heraus und in vollkommener Weise neugestalten. Er will, dass für jeden von uns - im übertragenen Sinn - ein neuer Frühling anbrechen darf. Er möchte uns aufrichten, wenn wir traurig oder enttäuscht sind. Er will uns aber auch neue Hoffnung schenken, wenn wir nicht weiterwissen. Daneben will er uns nahe sein, wenn wir jemanden brauchen, der für uns da ist. In seiner Gegenwart blüht unser Leben dann von Neuem auf.

 

 

 

Jesus spricht: "Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen." (Mt 24,35)

 

Worte haben in der aktuellen Krisenzeit keine lange Haltbarkeit. Politiker müssen sich gerade immer wieder neue Regeln überlegen, um die Gesellschaft vor der weiteren Ausbreitung des Coronavirus zu beschützen. Vor ein paar Wochen war es z.B. noch undenkbar, dass es bei uns so etwas wie ein Kontaktverbot geben würde oder dass die Fließbänder bei großen Autounternehmern stillstehen würden. Dass es mal zu Schulschließungen im ganzen Land und zu Absagen aller Großveranstaltungen, wie von EM-, Bundesliga- oder Olympischen Spielen kommen würde, hätte vor paar Monaten auch noch keiner gedacht. Eine Verlautbarung bzw. Regelung folgte dann der anderen. Unser öffentliches Leben wurde dadurch zunehmend in nie dagewesener Weise eingeschränkt. Keiner von uns weiß nun wirklich, wie lange diese Notsituation andauern wird und ab wann wieder Normalität einkehrt. 

Dadurch merken wir: unsere menschliche Weisheit und Weitsicht haben Grenzen. Wir können gerade angesichts dieser unübersichtlichen Lage keine klaren Aussagen oder Prognosen treffen. Wir können eigentlich nur abwarten und unser Bestes tun, also zu Hause bleiben, Kontakte so gut es geht vermeiden und darauf hoffen, dass die Krise bald überstanden sein wird.  

Neben all den menschlichen Worten, die also nicht lange halten und die sich aktuell regelrecht überschlagen, gibt es aber sehr wohl Worte, auf die wir uns verlassen können. Jesus selbst hat damals Worte gesprochen, die Menschen nachhaltig prägen und aufhelfen konnten. Seine Worte haben u.a. Blinde sehen lassen und Hoffnungslosen neue Perspektiven eröffnet. Ich wünsche uns nun, dass wir in der aktuellen Krisenzeit in ähnlicher Weise erfahren dürfen, wie Jesu Worte uns auch heute noch erreichen. Sie können uns für die Bewältigung der aktuellen Herausforderung Kraft und festes Vertrauen auf unseren allmächtigen Gott schenken. Ich bin mir sicher: Jesus hat Worte, die nicht einfach so verpuffen. Seine Worte überdauern und haben Bestand. Auch noch heute helfen sie uns weiter - selbst dann, wenn uns oder anderen die Worte fehlen und unsere menschliche Weisheit an eine Grenze gelangt.

 

 

"Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet" (Jes 66,13)

 

Das Bild der Mutter ist ein Urbild für Fürsorge, Liebe und Geborgenheit. Wenn sich z.B. ein Kind beim Spielen verletzt hat, kommt die Mutter schnell angerannt, weil sie es weinen oder schreien hört. Allein schon, dass die Mutter da ist und es in den Arm nimmt, hilft dem Kind und tröstet es. Ihre Worte tun dem Kind dann gut. Einen solchen Trost wünschen sich viele von uns in der aktuellen Krisensituation. Wir sehnen uns nach jemandem, der ein offenes Ohr für unsere Sorgen hat und uns Mut zuspricht. Jesaja hat hierbei an jemanden ganz bestimmtes gedacht. Für ihn war Gott eben genau das: wie eine Mutter, der ihre Kinder nicht egal sind, die sich von ihren Problemen bewegen lässt. Damals hat er sich den Israeliten im Exil zugewandt und ihnen gezeigt, dass sie gerade dort, wo sie sich einsam und verlassen fühlten, nicht auf sich allein gestellt waren. Gott war bei ihnen und ist auch bei uns - gerade jetzt, wenn uns so viel Angst macht und so manche Panik aufkommt. Er möchte uns durch seine Worte trösten, wie eine Mutter ihr Kind.